Was ist Linienverkehr im Straßengüterverkehr?

Unter Linienverkehr versteht man im Straßengüterverkehr den regelmäßigen Transport von Waren auf einer festen Route nach einem wiederkehrenden Fahrplan. Anders als bei Einzeltransporten, die über den Spotmarkt kurzfristig vergeben werden, fährt ein Linienverkehr zu festen Zeiten zwischen definierten Standorten – unabhängig davon, ob das Fahrzeug voll ausgelastet ist oder nicht.

Dieses Prinzip ist vergleichbar mit einem Linienbusverkehr im Personenverkehr: Die Route und der Fahrplan stehen fest, und Verlader können ihre Sendungen in den bestehenden Rhythmus einplanen. Für die Strecke Deutschland–Schweiz bedeutet das konkret, dass Güter zu planbaren Terminen über die Grenze transportiert werden, ohne dass Versender jedes Mal einen neuen Transport organisieren müssen.

Wie funktioniert der Linienverkehr DE–CH?

Die Route des Linienverkehrs zwischen Deutschland und der Schweiz verläuft typischerweise von Süddeutschland in die deutschsprachige Schweiz. CHT Transport betreibt diesen Liniendienst seit 2008 mit Planensattelzügen (Tautliner), die aufgrund ihrer seitlichen Beladbarkeit und Flexibilität für unterschiedliche Güterarten geeignet sind.

Der Ablauf folgt einem festen Schema:

  • Waren werden an vereinbarten Tagen in Süddeutschland aufgenommen
  • Der Planensattelzug fährt planmäßig zur Schweizer Grenze
  • An der Grenze erfolgt die Zollabwicklung (Export-Anmeldung EU, Import-Anmeldung Schweiz)
  • Die Auslieferung an die Empfänger in der Schweiz findet nach Verzollung statt
  • In der Gegenrichtung werden Rückladungen aus der Schweiz nach Deutschland transportiert

Durch die Regelmäßigkeit des Dienstes lassen sich Sammelladungen verschiedener Versender auf einem Fahrzeug kombinieren. Das senkt die Transportkosten pro Sendung und sorgt für eine bessere Auslastung der Fahrzeuge.

Was beinhaltet die Zollabwicklung beim Transport in die Schweiz?

Die Schweiz ist kein Mitglied der Europäischen Union und auch nicht Teil des EU-Binnenmarktes. Deshalb ist bei jedem grenzüberschreitenden Warentransport zwischen Deutschland und der Schweiz eine vollständige Zollabwicklung erforderlich. Dies unterscheidet den Verkehr DE–CH grundlegend von innerdeutschen Transporten oder Transporten innerhalb der EU.

Exportverfahren (Deutschland nach Schweiz)

Für den Export aus der EU wird ein T1-Versandschein benötigt. Dieses Dokument wird im Rahmen des gemeinsamen Versandverfahrens erstellt und dient als Nachweis dafür, dass die Ware die EU unter Zollaufsicht verlässt. Die Anmeldung erfolgt elektronisch über das NCTS (New Computerised Transit System), ein europaweit standardisiertes IT-System zur Abwicklung von Versandverfahren.

Auf Schweizer Seite muss die Ware beim Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG) zur Einfuhr angemeldet werden. Dabei werden Warenwert, Tarifnummer und Ursprungsland deklariert. Je nach Warenart fallen schweizerische Einfuhrzölle und die Schweizer Mehrwertsteuer (MWST) an.

Importverfahren (Schweiz nach Deutschland)

Für Rücktransporte aus der Schweiz in die EU kommt in der Regel das T2-Verfahren zur Anwendung, sofern es sich um Waren mit EU-Gemeinschaftswarenstatus handelt. Waren ohne diesen Status durchlaufen ebenfalls das T1-Verfahren. In beiden Fällen wird die Ware bei Eingang in die EU beim zuständigen Zollamt angemeldet und in den freien Verkehr überführt.

Zollabwicklung bei CHT Transport

CHT Transport übernimmt die gesamte Zollabwicklung für den Linienverkehr DE–CH. Das umfasst die Erstellung der Versanddokumente (T1/T2), die elektronische NCTS-Anmeldung sowie die Koordination mit dem Schweizer Zoll. Verlader müssen sich nicht selbst um die Zollformalitäten kümmern.

Welche Güter werden im Linienverkehr transportiert?

Der Liniendienst zwischen Deutschland und der Schweiz eignet sich vor allem für folgende Güterarten:

  • Stückgut: Einzelne Packstücke, Kartons oder Kisten, die nicht die gesamte Ladefläche eines Sattelzugs benötigen
  • Teilladungen: Sendungen, die mehr als Stückgut, aber weniger als eine Komplettladung umfassen – typischerweise 3 bis 15 Palettenstellplätze
  • Palettierte Waren: Güter auf Europaletten (120 x 80 cm) oder Industriepaletten, die sich effizient stapeln und verladen lassen
  • Industrieprodukte: Maschinenteile, Halbfertigprodukte, Handelsware und Baumaterialien

Für Gefahrgüter, temperaturgeführte Waren oder überdimensionierte Ladungen gelten gesonderte Anforderungen, die im Einzelfall geprüft werden müssen.

Welche Vorteile bietet ein regelmäßiger Liniendienst?

Gegenüber der Einzelvergabe von Transporten über den Spotmarkt bietet ein fester Linienverkehr mehrere strukturelle Vorteile:

  • Kostenvorhersehbarkeit: Feste Transportpreise ermöglichen eine verlässliche Kalkulation. Es gibt keine kurzfristigen Preisschwankungen wie auf dem Spotmarkt, wo Angebot und Nachfrage die Frachtraten täglich beeinflussen.
  • Zuverlässigkeit: Der Fahrplan steht fest. Verlader wissen, an welchem Tag ihre Ware abgeholt und wann sie zugestellt wird. Das erleichtert die Produktionsplanung und Lagerhaltung beim Empfänger.
  • Kein Koordinationsaufwand: Die wiederholte Suche nach verfügbaren Transportkapazitäten entfällt. Der Liniendienst läuft im Hintergrund und steht bei Bedarf zur Verfügung.
  • Integrierte Zollabwicklung: Wer den Linienverkehr nutzt, erhält die Zollabwicklung aus einer Hand. Es müssen keine separaten Zollagenten beauftragt werden.
  • Konsolidierung: Durch die Bündelung mehrerer Sendungen auf einem Fahrzeug sinken die Kosten pro Palette. Gleichzeitig ist der ökologische Fußabdruck pro transportierter Einheit niedriger als bei Einzelfahrten.

CHT Transport: Liniendienst seit 2008

CHT Transport GmbH mit Sitz in Rothenbuch (Bayern) betreibt den regelmäßigen Linienverkehr zwischen Süddeutschland und der Schweiz seit 2008. Der Dienst wurde von Beginn an mit Planensattelzügen durchgeführt und beinhaltet die vollständige Zollabwicklung an der deutsch-schweizerischen Grenze.

Die Erfahrung aus über 15 Jahren Linienbetrieb auf dieser Strecke sorgt dafür, dass die Abläufe – von der Beladung über den Grenzübertritt bis zur Zustellung – eingespielt und effizient organisiert sind. Das Team kennt die Anforderungen des Schweizer Zolls und die gängigen Abfertigungsstellen.

Der Liniendienst ist Teil des Leistungsspektrums von CHT Transport, das neben dem internationalen Verkehr auch Spezialtiefbau-Transporte, Schwertransporte mit Tieflader und Kran-LKW sowie Express-Lieferungen umfasst.